Rückblick auf die GfA Frühjahrskongress vom 2026 in Kassel

Vom 11. bis 13. März 2026 fand der Frühjahrskongress der Gesellschaft für Arbeitswissenschaft e.V. in Kassel statt. Unter dem Leitthema „Menschengerechte Arbeitsgestaltung“ brachte die Veranstaltung erneut Expert:innen aus Wissenschaft und Praxis zusammen, um aktuelle Herausforderungen und Lösungsansätze für die Zukunft der Arbeit zu diskutieren.

In der besonderen Atmosphäre eines ehemaligen Industrieareals standen zentrale Fragen der Arbeitswissenschaft im Fokus. Diskutiert wurde, wie Arbeit im Spannungsfeld von Digitalisierung, künstlicher Intelligenz und gesellschaftlichem Wandel nachhaltig und menschengerecht gestaltet werden kann. Die Themen reichten von globalen Unsicherheiten über umweltfreundliche Organisationsentwicklung bis hin zu den Auswirkungen des demografischen Wandels.

Charakteristisch für den Kongress war die enge Verzahnung von Theorie und Praxis. Neben wissenschaftlichen Beiträgen wurden anwendungsorientierte Ansätze vorgestellt, darunter partizipative Problemanalyse und digitale Assistenzsysteme für hybride sozio-technische Arbeitssysteme, etwa im Bereich Railway Teleoperation für das autonome Fahren von Tram und Bahn.

Das KMI war mit vier Beiträgen aus der laufenden Projektarbeit vertreten. Zwei der Beiträge widmeten sich der anwendungsorientierten Entwicklung und Implementierung von KI-Lösungen in Unternehmen und zeigten anhand von Pilotanwendungen, wie technologische Innovationen in bestehende Arbeitsprozesse integriert werden können. Ein weiterer Beitrag stellte ein praxisnahes Innovationsframework vor, das bestehende theoretische Ansätze aufgreift und gezielt an die Anforderungen von Unternehmen anpasst. Ziel ist es, Innovationsprozesse nicht nur systematisch zu strukturieren, sondern zugleich konsequent menschenzentriert auszurichten. Ergänzt wurde dies durch Ergebnisse einer systematischen Literaturrecherche zu Managementperspektiven auf digitale Transformationsprozesse, die im Rahmen einer begleitenden Breitenerhebung wertvolle Einblicke in strategische und organisatorische Herausforderungen liefert.

Der diesjährige Frühjahrskongress hat erneut gezeigt, wie wichtig der interdisziplinäre Dialog für die Weiterentwicklung der Arbeitswissenschaft ist. Die gewonnenen Impulse und Perspektiven bieten eine wertvolle Grundlage, um aktuelle Transformationsprozesse aktiv und verantwortungsvoll mitzugestalten.